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Metall teurer als Gold

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© Форпост Северо-Запад / Горный музей

Vor fünfhundert Jahren töteten die spanischen Konquistadoren geleitet von Francisco Pizarro den letzten Herrscher des Inkareiches Atahualpa ungeachtet des für ihn gezahlten Lösegeldes. Die Indianer widerstanden noch einige Jahrzehnte den Invasoren, aber die Schusswaffen in den Händen der neuen Herrscher von Peru wirkte entscheidend und führte schließlich zur Eroberung des Landes.

Die Spanier verwendeten Platinstücke als Kartätsche. Sie stolperte über Platin beim Goldabbau. Die Seifenfelder enthielten silberweiße Einschlüsse, die kaum vom gelben Metall zu trennen waren. Anfangs verwechselten die Spanier sie mit Silber und versuchten, Platin zu schmelzen, aber nach einer Reihe erfolgloser Versuche beschlossen sie, es für Waffen zu verwenden. Um ihre Verachtung für Platin auszudrücken, nannten die Europäer es "das kleine Silber".

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© Форпост Северо-Запад / Горный музей

Platin wurde erstmal nur auf dem spanischen Festland geschmolzen. Hier entdeckten Juweliere, dass das Metall leicht mit Gold verschmolz und begannen, dieses Metall in seine Juwelen und Münzen hinzuzufügen, damit deren Gewicht zunahm und deren Goldgehalt abnahm. Als die Regierung von diesen Machenschaften erfuhr, erließ der König einen Befehl, wonach der Import von "wertlosem Metall nach Spanien gestoppt und alle verfügbaren Vorräte an Platin zerstört werden sollen". Das Gesetz war vier Jahrzehnte gültig, und in dieser Zeit wurden mehr als 10 Tonnen wertvolle Rohstoffe vor der kolumbianischen Küste vergraben.

Mitte des 18. Jahrhunderts wurden die Eigenschaften dieses Metalls eingehend untersucht, und Platin wurde als neues Element erkannt. Die Eigenschaften von Platin lassen sich durch seine Seltenheit und außergewöhnliche chemische Beständigkeit erklären und zeigt sich dadurch, dass es löst sich kaum in Säuren und oxidiert nicht, das Metall ist fest und biegsam. Dank diesen Eigenschaften von Platina kann es mit Silber und Gold verglichen werden. Die weltweite Popularität von Platina nahm also allmählich zu.

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© Форпост Северо-Запад / Горный музей

Der Großteil von Platin wurde aus Kolumbien geliefert, bis 1813 an einem der Nebenflüsse von Isset im Ural, wo Gold abgebaut wurde, das erste Stück Platin gefunden wurde. Ein Jahr später entdeckte Bergarbeiter Lew Brusnizin das größte Goldvorkommen im Ural. Dann wurde es endlich klar, dass es im Goldvorkommen auch Platin gab. Diese Erkenntnis war vorteilhalft für den damaligen Wirtschaftsminister Jegor Kankrin, der beschloss, Münzen aus Platin zu prägen, um die vom Krieg mit Napoleon verwüstete russische Staatskasse schnell wieder aufzufüllen. Um Nikolaus I. zu überzeugen, neues Geld herzustellen, wandte er sich an einen renommierten deutschen Naturforscher Alexander Humboldt, der Ratgeber der europäischen Monarchen war. Der Wissenschaftler äußerte sich positiv über die Idee von Kankrin, obwohl er sie bezweifelte: "Ohne ein solches Experiment werden wir es nie versuchen, Münzen aus Platin herzustellen. Warum sollen wir es nicht versuchen?"

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© Форпост Северо-Запад / Горный музей

Obwohl Russland durch das Prägen von Platinmünzen aus der Finanzkrise herauskam (über 16 Jahren waren im Ural etwa 40 Tonnen Metall abgebaut worden, was 20-mal mehr war als in Kolumbien), unterzeichnete Nikolaus I. einen Erlass zur Abschaffung von Platingeld, weil er den Gerüchten glaubte, dass die Platinmünzen im Ausland gefälscht und zurück ins Land gebracht würden. Die Entscheidung des Kaisers führte zur Zerstörung der russischen Bergbau- und Metallverarbeitungstechnologie im Ural. Die britische Firma "Johnson, Matthey and Co." erhielt mittlerweile von den verarmten Minen eine Konzession, was der Firma ermöglichte, günstige Verträge abzuschließen. Die Preise wurden für die folgenden 5 Jahre festgelegt, ohne Berücksichtigung von Marktveränderungen. Anfang des 19. Jahrhunderts wurde fast alles Uralplatin von ausländischen Firmen gekauft und ins Ausland exportiert. Zunächst waren dies hauptsächlich britische und französische Firmen, dann schlossen sich amerikanische und deutsche Unternehmen ihnen an. Und Platin wurde inzwischen teurer als Gold.

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© Форпост Северо-Запад / Горный музей

Die Briten begannen, sogar nationale Symbole aus Platin herzustellen. Das bekannteste Beispiel dafür ist die mit einem der größten Diamanten der britischen Königsfamilie Koh-i-Noor dekorierte Krone der Königin Elizabeth, die aus reinem Platin besteht und 105 Karat bzw. ein halbes Kilogramm wiegt. So begannen die Juwelier, die vorher Silber für Diamanten benutzten, um ihr Weiß hervorzuheben verschleißfesteres und haltbareres, Platin als Fassung der Edelsteine zu verwenden.

Gediegenes Platin gilt immer noch als die seltensten und wertvollsten Exemplare von Platin. Das Bergbaumuseum St. Petersburg enthält ein seltenes Exemplar von Platin, das mehr als 5 Kilogramm wiegt. Das Exemplar wurde im Ural gefunden. Es ist eines der fünf größten gediegenen Metallen der Welt. Ein anderes Exemplar wiegt gut 4,3 kg. Der Besitzer vom Hüttenwerk in Nischni Tagil Demidow schenkte Kaiser Nikolaus I. dieses Exemplar. Der Kaiser schickte den Edelstein an das Bergbaumuseum St. Petersburg. Seit 1907 wird das Exemplar aber im Kreml-Diamantenfonds in Moskau ausgestellt.

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© Форпост Северо-Запад / Самородок платины. Горный музей