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Wie viel kostet es für jeden von uns, auf Öl und Gas zu verzichten

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Die russische Regierung wird die Mittel für ein neues Programm zur Unterstützung erneuerbarer Energiequellen um 22% auf 313 Milliarden Rubel reduzieren. Der Grund dafür ist der Wunsch der Regierung, den Anstieg der Strompreise innerhalb der Inflation zu halten. Umwelt-Aktivisten haben diese Entscheidung äußerst negativ aufgenommen und bereits erklärt, dass unser Land "hektisch an der Vergangenheit festhält, anstatt gemeinsam mit der gesamten zivilisierten Welt in eine glückliche Zukunft zu gehen".

Befürworter von "grünen" Technologien, die den bevorstehenden Rückgang der öffentlichen Investitionen in den Bau von Windparks und Solarkraftwerken kommentierten, haben nicht an bildlichen und emotionalen Aussagen gespart: der Kreml "ignoriert die Warnsignale für das Ende der Ära der fossilen Brennstoffe"; "Moskau überschätzt die Nachfrage nach Erdgas, das weniger CO2 als Öl oder Kohle ausstößt." Dies sind nur die höflichsten Zitate, die jetzt im Internet "laufen".

Und Russland wurde auch mit einem Hersteller eines Filmapparats verglichen, der nicht verstand, dass sich die Welt verändert hatte und dass die gesamte fortschrittliche Menschheit auf digitale Technologien umgestellt hat. Die Rede ist vom Unternehmen Kodak, das 2012 eine Insolvenzklage eingereichte und sich an die US-Behörden wandte, damit sie das Unternehmen vor Kreditoren schützte. Zu diesem Zeitpunkt hatte das Unternehmen Schulden in Höhe von 6,8 Mrd. USD mit einer Bilanzsumme von 5,1 Mrd. USD angehäuft.

Das Beispiel ist ehrlich gesagt herzzerreißend. Aber schauen wir uns die Situation immer noch ohne übermäßiges Pathos an und analysieren, was uns die Adepten der Energiewende tatsächlich bieten. Es ist kein Geheimnis, dass eine der bedingungslosen Anforderungen dieser Menschen das Verbot von Gasheizkesseln ist, da deren Verwendung zu Emissionen erheblicher Mengen von Kohlendioxid in die Atmosphäre führt. Es wird vorgeschlagen, sie durch ähnliche elektrische Geräte zu ersetzen.

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Um besser zu verstehen, was dies bedeutet, kann man die Erfahrungen der Bewohner von neugebauten Plattenhäuser beachten. Es gibt viele solche Häuser am Rand der Großstädte, und die wird noch nicht vergast. Wie mir eine Person sagte, die in einem von diesen Häuser eine halbe Maisonette mit einer Fläche von etwas mehr als hundert Quadratmetern mietete, stellte sich heraus, dass das Leben im "Busen der Natur" mit einigen Problemen verbunden war. Um den Wasserkocher anzuschalten, muss man z.B. zuerst den warmen Elektroboden ausschalten, sonst konnte es zum Stromausfall führen.

Damit hat man nicht gerechnet, aber es gab noch schlimmere Probleme. Viel mehr schockierten meine Befragten ihre Stromrechnungen. In den Wintermonaten überstiegen die Summen 8 Tausend Rubel. Für einen Stadtbewohner, der etwa zehnmal weniger normalerweise bezahlt, ist das ehrlich gesagt zu viel.

Es ist klar, dass wenn "Windturbinen" Strom produzieren würden (es ist wahrscheinlich unangemessen, unter unseren klimatischen Bedingungen über Sonnenkollektoren zu sprechen), wären die Elektrizitätkosten noch größer – aufgrund des geringen Wirkungsgrads solcher Generatoren. Es geht darum, dass sich die Windräder bei ruhigem oder stürmischem Wetter nicht drehen können und dass es einfach keine wettbewerbsfähigen Technologien gibt, um die Windenergie für "gute Tagen" zu speichern. Dies bedeutet, dass wir parallel zu einem starken Anstieg der Elektrizitätsrechnungen auch die Verschlechterung der Energiesicherheit erleben werden. Schließlich wird es kein Erdgas mehr geben, das erneuerbare Energiequellen ersetzen könnte, falls sie plötzlich nicht mehr funktionieren.

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Ist es wirklich so, dass nur mithilfe der erwähnten Maßnahmen die Umweltverschmutzung gestoppt und die CO2-Emissionen reduziert werden könnten? Um ehrlich zu sein, will man kein Verlierer wegen der Stromausfällen sein, die während der Energiewende auftreten, periodische Stromausfälle ertragen. Auch für einen so guten Zweck wie die Umwelt-Verbesserung.

"Wir sollten in unserem Land nicht blind kopieren, was postindustrielle Staaten mit hoch entwickelten Volkswirtschaften wie Deutschland oder die Vereinigten Staaten vorschlagen", sagte Rektor der Staatlichen Bergbau-Universität Sankt Petersburg Wladimir Litwinenko einem führenden Experten für Kraftstoff und Energie Komplex.

- Das wäre nicht gut für Russland. Betrachtet man die Ausgaben des deutschen Haushalts, werden die Kosten für die Energiewende für diese Zwecke zusätzlich um 4-5% jährlich erhöht. Wir können es uns nicht leisten, wir brauchen es nicht. Wir haben einen anderen Weg, wir müssen zunächst daran arbeiten, die negativen Auswirkungen traditioneller Energiequellen auf Ökosysteme zu minimieren. Zum Beispiel, durch die Entwicklung und Umsetzung von rentablen Technologien bei der Stromerzeugungsanlagen. Diese Technologien reduzieren Kohlendioxidemissionen durch den Verzicht auf Dampferzeugung. Dies verdoppelt zumindest den Wirkungsgrad traditioneller Kohlenwasserstoffe und erhöht die Energieeffizienz der gesamten Wirtschaft Russlands. Dies ist eine viel realistischere Perspektive. Es wäre dabei unvernünftig, sich derzeit auf alternative Energiequellen zu verlassen, denn dies würde die Rentabilität von der Binnenwirtschaft erheblich beeinträchtigen und die Stabilität aller gesellschaftlichen Verhältnissen des Staates untergraben. Natürlich ist es notwendig, den Anteil erneuerbarer Energiequellen am gesamten Energieerzeugungsvolumen schrittweise zu erhöhen, da dies zweifellos ein Teil unserer Zukunft ist. Aber dabei sollte man sehr vorsichtig sein."

Wissenschaftlicher Artikel "Die Rolle von Kohlenwasserstoffen in der globalen Energieagenda"

Aber heißt das nicht, dass der Rest der Welt weitermachen wird und unser Auto neben einem rostigen Tank mit Öl, das sonst niemand braucht und nichts kostet, auf dem Abstellgleis bleibt? Wenn Sie sorgfältig über dieses Problem nachdenken, können Sie leicht verstehen, dass dies in absehbarer Zukunft unwahrscheinlich ist. Schon allein deshalb, weil die von Experten der Internationalen Agentur für erneuerbare Energien (IRENA) berechneten Kosten für die Energiewende 131 Billionen US-Dollar betragen.

Dieser Betrag muss in den Bau von Windkraftanlagen und Sonnenkollektoren sowie in die Infrastruktur für die Speicherung und den Transport von Wasserstoff in den nächsten 30 Jahren investiert werden. Das heißt, 4,36 Billionen werden jährlich benötigt. Man möchte fragen: Wer bezahlt das Bankett?

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"Viele Menschen glauben heute, dass der Übergang zu einem neuen Energieparadigma ausschließlich durch erneuerbare Quellen erfolgen wird - Windgeneratoren und Sonnenkollektoren sowie Wasserstoff", sagt Wladimir Litwinenko.

- In diesem Zusammenhang reduzieren unter dem Druck von Politikern westliche Banken und transnationale Finanzgruppen ihre Investitionen in Projekte, die mit der Suche und der Produktion von Kohlenwasserstoffen zu tun haben. So sind die jährlichen Kapitalinvestitionen in die Ölförderung in den letzten 6 Jahren weltweit von 900 auf 400 Milliarden Dollar gesunken. Parallel dazu diskutiert die EU ernsthaft die Frage der Einführung einer Kohlenstoffsteuer. Das heißt, es werden kolossale Anstrengungen unternommen, um die Energiewende künstlich zu beschleunigen. Man sollte jedoch nicht glauben, dass die ganze Welt begonnen hat, fossile Brennstoffe zugunsten erneuerbarer Energiequellen aufzugeben, und wir werden bald verlieren, wie es sich viele unsere Unglücklichen wünschen. In China beispielsweise stieg im vergangenen Jahr die Stromnachfrage trotz der Pandemie deutlich an. Sonne und Wind machten also nur ein Drittel dieses Wachstums aus, während Gas, Öl und Kohle fast zur Hälfte des Wachstums beitragen. Das heißt, die Nachfrage nach Kohlenwasserstoffen steigt auch in China weiter an, das die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt ist und enorme Geldbeträge in den Bau erneuerbarer Quellen investiert. Die überwiegende Mehrheit der anderen Entwicklungsländer in Asien, Afrika und Südamerika kann sich keine solchen großen Investitionen in die Energiewende leisten. Sie verstehen sehr gut, dass dies eine unerfüllbare Aufgabe für sie wäre, dass sie nach solchen Investitionen einfach bankrottgehen würden. So oder so werden Erdgas, Öl, und Kohle in der Weltwirtschaft in den kommenden Jahrzehnten sehr gefragt sein. Und Russland sollte natürlich die Rolle eines der führenden Exporteure auf dem globalen Kohlenwasserstoffmarkt behalten und in die Wiederauffüllung der Ressourcenbasis intensivieren, um die Nachhaltigkeit des heimischen Kraftstoff- und Energiekomplexes in Zukunft sicherzustellen."

Übrigens hat sich das Unternehmen Kodak, mit dem Russland von Umweltaktivisten verglichen wurde, im Herbst 2013 aus dem Insolvenzverfahren zurückgezogen, nachdem es die Schulden gegenüber den Kreditoren vollständig beglichen und sein Geschäft umstrukturiert hatte. Und letztes Jahr hat die US-Regierung 765 Millionen Dollar in das Unternehmen investiert. Dieses Geld wird für die Organisation der pharmazeutischen Produktion und die Schaffung von mehreren hundert Arbeitsplätzen im Land verwendet. Dies hat jedoch nichts mit dem Thema erneuerbare Energiequellen zu tun.