Saint-PetersburgSonnig+28°C
$ЦБ:72,22ЦБ:85,99OPEC:72,29

Exponate des Bergbaumuseums, die einen Besuch von St. Petersburg wert sind

музей
© Форпост Северо-Запад

Es ist einfach unmöglich, die genaue Anzahl der Museen auf der Welt zu nennen. Die ungefähre Zahl liegt über 100.000. Was die ausgestellten Exponate angeht, gibt es Dutzende von Milliarden davon. Alle sind einzigartig und interessant, aber einige davon sind trotz der Entfernung die seltensten Objekte, und man besucht die Ausstellung, um sie sich anzusehen, egal wie weit der Ausstellungsort ist.

Im Bergbaumuseum St. Petersburg befinden sich beispielsweise ein 450 kg schwerer Meteorit Sikhote-Alin, der der weltgrößte Malachitblock der Welt ist, ein Skelett von einem Höhlenbären und Schädel ausgestorbener Nashörner, eine aus einem einzigen Stück Schiene geschmiedete Palme und andere außergewöhnliche Exponate.

Als Katharina die Große 1773 beschloss, die erste technische Universität Russlands zu gründen, ordnete sie gleichzeitig die Eröffnung des Mineralogischen Saales an. Bereits 1777 wurde die Sammlung König Gustav III. von Schweden vorgestellt. Er wurde so entzückt, dass er, sobald er nach Schweden zurückkehrte, 202 Proben schwedischer Erze, Salze und Steine ​​als Geschenk an das Museum schickte.

Die Anzahl der Exponate wuchs exponentiell. Nach kaiserlichem Erlass waren die Eigentümer von Lagerstätten und Bergbauunternehmen verpflichtet, die herausragendsten Exemplare von Mineralien, Erzen und Fabrikprodukten hierher zu schicken. Darüber hinaus wurde die Sammlung mit Gegenständen aus den Privatsammlungen der regierenden Dynastien und persönlichen Kollektionen von russischen und ausländischen Wissenschaftlern vervollständigt.

Weniger als 20 Jahre später erhielt der Mineralogische Saal von der Bergbau-Universität den offiziellen Status eines Museums. Heute sind hier mehr als 240.000 verschiedene Gegenstände ausgestellt. Darunter sind wirklich einzigartige Objekte von erstaunlicher Herkunft, die Weltrekorde aufgestellt haben.

Malachitblock

Vor fast 250 Jahren wurde in der Nähe des modernen Jekaterinburg ein 1,5 Tonnen schwerer Malachitblock an die Oberfläche gehoben. Dessen ursprüngliche Abmessungen waren noch größer, aber man konnte solch ein großen Monolith durch die engen Wenden des Bergwerks einfach nicht hineinstecken. Deswegen musste man einige Teile davon abbrechen. Infolgedessen wurde der Edelstein dennoch nach draußen hineingebracht, nach St. Petersburg transportiert und Katharina II. geschenkt. Die Kaiserin bewahrte es einige Zeit in ihrer persönlichen Sammlung auf und dann spendete dem Bergbaumuseum das Exponat.

музей
© Форпост Северо-Запад

Der Stein ist der weltgrößte Malachitblock. Und hochwahrscheinlich wird es so bleiben. Heutzutage wird das Mineral nicht mehr abgebaut denn die russischen Lagerstätten sind fast erschöpft, und afrikanische Exemplare sind oft von viel schlechter Qualität. Die Kosten für die Ausstellung belaufen sich auf mehrere Millionen Dollar.

Faberge-Stücke

Das Bergbaumuseum beherbergt 20 einzigartige Werke der Firma Carl Faberge. Eine wichtige Rolle für den Erfolg des weltberühmten Juweliers spielte die Sympathie der kaiserlichen Familie. Alexander III. bestellte bspw. ein Ostergeschenk für seine Frau. Die Kaiserin wurde entzückt und berührt, und Karl Faberge wurde "ein Juwelier der kaiserlichen Majestät und der kaiserlichen Eremitage". Zuerst beauftragte die kaiserliche Familie Faberge-Geschenke nur für ihre Mitglieder, aber später beschenkte der Kaiser auch seine ausländischen Gäste.

Die Werke aus Zier- und Edelsteinen gelten neben Ostereiern als Visitenkarte des Meisters. Unter den Exponaten des Bergbaumuseums war ein grauer Elefant aus Kalkan-Jaspis, der Prinzessin Elisabeth Moritzowna, Gemahlin des Kaisers Konstantin Romanow gehörte. Papageienfiguren und eine Schachtel Achate, die Muscheln imitierten, gehörten Xenija Alexandrowna, Schwester von Nikolaus II.

музей
© Форпост Северо-Запад

Laut der Expertin Riana Benko aus der Internationalen Organisation Fabergé Research Site, "es ist für Kenner der Werke von Carl Fabergé ein großer Erfolg, solche seltenen Objekte sogar nur noch auf Fotos zu sehen". Ähnliche Gegenstände gibt es in den Sammlungen der Königin von England und des Prinzen von Monaco. 2004 kaufte ein russischer Philanthrop in New York 9 Eier für 120 Millionen Dollar und brachte sie in deren Heimat zurück. Heute werden sie im privaten Faberge Museum in St. Petersburg aufbewahrt.

Sikhote-Alin-Riesenmeteorit

Im Winter 1947 fiel ein riesiger Meteorit in die Ussuri-Taiga. Es brach beim Eintritt in die Atmosphäre zusammen und fiel in Form "eisernen" Regens. Die Trümmer waren auf einer Fläche von 35 km² verstreut. Wie so oft bei einem Asteroidensturz sprachen die Zeugen vom Auftreten eines großen Feuerballs, der sich mit großer Geschwindigkeit bewegt, und von der anschließenden Explosion. In der Fallzone der Fragmente wurden 106 Krater und Trichter mit einem Durchmesser von 1 bis 28 Metern gefunden, wobei die Tiefe des größten Kraters 6 Meter betrug.

музей
© Форпост Северо-Запад

Die führenden Wissenschaftler Russlands begannen, den "himmlischen Stein" zu studieren. Er ist einer von zehn weltgrößten Meteoriten. Einer der größten Bruchstücke mit einem Gewicht von 450 kg wird in der thematischen Sammlung des Bergbaumuseums ausgestellt.

Höhlenbär

In der paläontologischen Sammlung des Museums können Sie sich wie ein Held des Films "Jurassic Park" fühlen und sich Skelette antiker Wirbeltiere von Kieferlosen und Fischen bis zu Säugetieren ansehen, um deren Größe mit den modernen Bewohnern von Flora und Fauna zu vergleichen. Von besonderem Interesse ist der dem Quartär gewidmete Saal, denn es war genau die Zeit des ersten Menschen.

музей
© Форпост Северо-Запад

Das interessanteste Exponat ist allerdings kein primitives Werkzeug und nicht einmal ein Modell einer Jagdszene, sondern ein Höhlenbär, der die Besucher beim Aufrichten angrinst. Das ist eines der größten Säugetiere seiner Zeit. Glücklicherweise jagte der Bär war letztes Mal vor mindestens 24.000 Jahren.

Das Gewicht eines Bärmännchens betrug 500 Kilogramm und das eines Weibchens - 250. Überraschenderweise waren die Bären trotz dieser Größe überwiegend Vegetarier – sie aßen Früchte, Beeren und Wurzeln und selten – kleine Tiere und Aas.

Berg Blagodat

Wie wir uns erinnern, befahl Nicholas I. den Bergleuten, nicht nur Proben von Mineralien und Erzen, sondern auch die neuesten Bergwerkentwicklungen an den Mineralogischen Saal zu schicken. Um ihre Erfolge zu zeigen, ergriffen die Leiter der Bergwerke die Initiative - sie herstellten auch Modelle herausragender Bergwerke und verschickte sie. Das Juwel der Sammlung war Berg Blagodat.

Mitte des 18. Jahrhunderts wurden in der Region Swerdlowsk die reichsten Vorkommen an hochwertigem magnetischem Eisenerz entdeckt. Diese Entdeckung wurde als die Gnade Gottes angesehen, daher wurde der Berg Blagodat (Gnade Gottes auf Russisch) genannt. Das Vorkommen spielte eine große Rolle bei der Entwicklung der Eisenmetallurgie Russlands und wurden zur Hauptrohstoffquelle für die Uralwerke am Fuß des Berges - Blagodat. Der Standort ist jedoch nicht nur aufgrund seiner industriellen Bedeutung, sondern auch aufgrund der Besonderheiten des Orts einzigartig. In der Welt gibt es keine ähnlichen Beispiele für eine große Erzlagerstätte auf einem Berggipfel.

музей
© Форпост Северо-Запад

Das Tagebaumodell vom Berg Blagodat zeigt, wie der Steinbruch im 19. Jahrhundert aussah. Das Exponat wurde 1902 vom Direktor der Staatlichen Bergbau-Universität Sankt Petersburg Nikolai Iossa nach dessen gemeinsamen Ural-Reise mit Dmitri Mendelejew ins Museum gebracht.

Kupferfell

Alexander II. war bekanntlich ein leidenschaftlicher Jäger. Es machte ihm großen Spaß, Hirsche, Füchse, Hasen und Birkhühner zu jagen. Er interessierte sich aber besonders für große Tiere. Im Schloss Gattschina werden Speere ausgestellt, die der Kaiser während der Jagd auf Bären benutzte, obwohl ein solches Hobby sehr gefährlich war.

Listiger Bergbauindustrielle Stepan Popow wusste über Alexanders Hobby. Popow hatte eine Genehmigung, in der kirgisischen Steppe nach Gold und Erz zu suchen. Er schenkte dem Zaren ein in Kasachstan gefundenes gediegenes Kupfer, das 842 kg wog. Dessen Wert liegt nicht nur in der Tatsache, dass es eines der größten gediegenes Kupferstückes in Russland ist, sondern auch in seiner Form. Das Exponat wurde vom Kaiser dem Bergbaumuseum geschenkt. Es ist Bärenfell sehr ähnlich.

музей
© Форпост Северо-Запад

Das Geschenk wurde in der Hoffnung auf kaiserliche Gnade überreicht denn - der Senat hatte davor beschlossen, eine Geldstrafe in Höhe von 200.000 Rubel (nach heutigem Geld etwa 2 Millionen Dollar) gegen Stepan Popov zu verhängen. Das Geschenk wurde zu einer echten Dekoration der Ausstellung, erfüllte aber nicht seine ursprüngliche Rolle. Die Regionalregierung von Omsk "führte die Bestandsaufnahme und Bewertung des zweiten und dritten Stockwerks der Bogoslowsky-Mine durch und richtete eine Aufsicht und Vormundschaft darüber ein."

Stahlpalme

Die Stahlpalme ist eines der bekanntesten Exponaten vom Bergbaumuseum. Die Palme wurde vom Steinkohle-, Eisen- und Einsenbahnschienenwerk in Noworossijsk speziell als Exponat für die Allrussische Kunst- und Industrieausstellung im Jahre 1896 hergestellt. Das vom Engländer John Hughes gegründete Unternehmen wurde im Volksmund einfach das Werk von Hughes genannt.

музей
© Форпост Северо-Запад

Das Produkt sollte ein Markzeichen von hochwertigem Stahl sein, und daher wurde die Herstellung von der Palme dem erfahrensten Schmied anvertraut - Alexei Merzalow. Er brauchte 2-3 Wochen, um die Palme aus einem Stück Herdstahlschiene geschmiedet. Die Palme war 3,5 m hoch und wog 325 kg, und zwar der Kübel 200 kg und der Baum 125 kg. Am Prozess war 17-jähriger Auszubildende Philip Schkarin beteiligt, der in den 1950er Jahren eine gesetzlich zertifizierte Beschreibung der Arbeit an der Palme erstellte und bestätigte, dass sie aus einer einzigen Schiene hergestellt worden war, d.h. ohne Schweißen von Stahlblättern. Die Schiene wurde auf einer offenen Schmiede erhitzt und auf einem gewöhnlichen Amboss nach Augenmaß, wenn auch nach einer Skizze, geschmiedet wurde.

Die Kritiker wurden von diesem Meisterwerk der Schmiedekunst begeistert, und ihre positiven Bewertungen konnte man in vielen damaligen Zeitungen und Zeitschriften lesen. Am Ende der Ausstellung wurde die Palme zusammen mit anderen Exponaten, die auch im Werk von Hughes hergestellt worden waren, dem Bergbaumuseum überreicht. Heute wird die Palme auf dem Wappen der Region Donezk dargestellt, denn das Werk von Hughes sich genau in Donezk befand. Die Stadt wurde damals die Stadt von Hughes (Jusowka auf Russisch) genannt.