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Die bedeutendsten Öl- und Gasunternehmen in der Welt

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© petrochina.com.cn

Auf dem virtuellen Klimagipfel, woran Staatsoberhäupter von 41 Ländern teilnahmen, stellte US-Präsident Joe Biden einen ehrgeizigen Plan vor, um die von den USA ausgestoßenen Treibhausgase in den nächsten 10 Jahren zu halbieren. Und obwohl keine Einzelheiten davon bekannt gegeben wurden – denn es gab keine, haben die Befürworter von grüner Energie Bidens Aussage bereits als "einen echten Durchbruch" und sogar als "eine Herausforderung für Öl- und Gasunternehmen" bezeichnet.

Viele Experten riefen allerdings dazu auf, die weitreichenden Folgen gründlich zu überlegen. Erstens wird der Höhepunkt der weltweiten Nachfrage nach schwarzem Gold und vor allem nach Methan nicht bald erreicht werden. Und niemand darf es Großunternehmen im Westen verbieten, wo der Verbrauch von Kohlenwasserstoffen abnimmt, Kohlenwasserstoffe an Entwicklungsländer zu verkaufen. Zweitens würden die amerikanischen Giganten allmählich das Interesse an traditionellen Energieressourcen verlieren, würden Konkurrenten aus anderen Teilen der Welt und vor allem aus China einfach ihren Platz einnehmen.

Dieser Trend ist bereits zu beobachten. Die Hauptsitze der beiden umsatzstärksten Unternehmen der Welt 2020 befinden sich in der Volksrepublik China. China wird von Saudi-Arabien und dann von Europa und Amerika gefolgt.

Besprechen wir aber eins nach dem anderen. Das Wichtigste zuerst. Den ersten Platz in der Liste der erfolgreichsten Unternehmen während der Pandemie belegt klar das chinesische Unternehmen Sinopec (China Petroleum & Chemical Corp). Dessen Umsatz beträgt 407 Milliarden US-Dollar und der Nettogewinn liegt bei 5,1 Milliarden US-Dollar (hat um 42% abgenommen), obwohl die Marktkapitalisierung von der im Jahre 2000 gegründeten jungen Holding relativ gering ist und beträgt 75,8 Milliarden US-Dollar, d.h. zwei- bis dreimal niedriger als die Kapitalisierung von Chevron oder Exxon Mobil ist.

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© petrochina.com.cn

Es wird sehr für Sinopec schwierig sein, seinen Marktvorteil gegenüber den letztgenannten Vertretern Asiens aufrechtzuerhalten. Das Top-Management von Sinopec ist zuversichtlich, dass China bis 2025 mit einer Ölraffinierungskapazität von rund 20 Millionen Barrel pro Tag zum weltgrößten Energiezentrum werden wird. Dies bedeutet, dass sich der Hauptstrom der Petrodollars zu diesem Zeitpunkt von West nach Ost wenden wird.

Auf dem 2. Platz befindet sich ein anderes chinesisches Unternehmen PetroChina – das größte Öl- und Gasunternehmen Chinas. Dessen Umsatz beträgt 296,3 Milliarden US-Dollar, und der Nettogewinn belauft sich auf 2,9 Milliarden US-Dollar. Die Marktkapitalisierung beträgt 111,4 Milliarden US-Dollar. Das Management des Unternehmens hat kürzlich einen jährlichen Investitionsplan vorgestellt, der auf die Steigerung der Inlandsgewinnung fossiler Brennstoffe in den nächsten 5 Jahren abzielt. Die vorgeschlagenen Investitionen belaufen sich auf 239 Milliarden Yuan (37 Milliarden US-Dollar). Dies ist der höchste Investitionsvolumen auf der ganzen Welt.

Den 3. Platz wurden vom wertvollsten spezialisierten Unternehmen aller Zeiten und Völker eingenommen. Dieses Unternehmen kann weltweit nur mit Apple konkurrieren. Die Rede ist natürlich von Saudi Aramco, dessen Kapital nun 1,9 Billionen US-Dollar beträgt und dessen Umsatz bei 286,9 Milliarden US-Dollar liegt. Der Nettogewinn des Unternehmens beträgt sogar 64,5 Milliarden US-Dollar, was auf relativ niedrige Bergbaukosten in der arabischen Wüste zurückzuführen ist.

An 4. Stelle mit einem Umsatz von 181,5 Milliarden US-Dollar steht das amerikanische Unternehmen Exxon Mobil. Die Firma verzeichnete einen Verlust Ende letzten Jahres, wie die überwiegende Mehrheit der westlichen spezialisierten Unternehmen. Es wird für das Management von Exxon Mobil ziemlich schwierig sein, die Situation zu ändern. Es lässt sich dadurch erklären, dass die Befürworter der Energiewende beschuldigen ständig die Erdölsucher, über ihre Absichten gelogen zu haben, die Gewinnung fossiler Brennstoffe aufzugeben, und die in Wirklichkeit viel höheren CO2-Emissionen zu untertreiben.

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© aramco.com

Nach den neuesten Trends des Weißen Hauses beabsichtigen die US-Behörden, sich auf die Seite von Umweltaktivisten zu stellen. Das heißt, Exxon Mobil, dessen Kapitalisierung am größten in der Branche war, bevor Saudi Aramco auf den Markt kam, muss seine Kohlenwasserstoffproduktion schrittweise reduzieren. Und dies wird automatisch zu einem Rückgang von Umsatz, Gewinn und Aktienkursen führen. Die Aktienkursen hängen heute nicht mehr von der Anzahl der gebauten Windgeneratoren oder Solarmodule ab, sondern vor allem von den Vermögenswerte der Bodenschätzen.

Der 5. Platz belegt Royal Dutch Shell (180,5 Milliarden US-Dollar) mit Sitz in den Niederlanden. Ende 2020 verzeichnete das Unternehmen einen Verlust von 21,7 Milliarden US-Dollar. Das Management des Unternehmens setzt sich immer mehr dafür ein, die Investitionen in fossile Brennstoffe zu reduzieren und die in grüne Energie zu erhöhen. Darüber hinaus wird geplant, die Kohlendioxidemissionen der Unternehmen der Holding bis 2050 endgültig und unwiderruflich zu senken.

Natürlich ist es schwer, an solche Aussagen zu glauben, denn jetzt ist es Öl, das Shell den größten Gewinn bringt. Die reelle Tätigkeit des Energieriesen widerspricht aber eindeutig den "grünen" Aussagen, die eher ein Versuch sind, das Image vom Unternehmen zu verbessern, anstatt eine Anleitung zum Handeln zu sein. Das Unternehmen interessierte sich beispielsweise für ein Bergbauprojekt der Erschließung vom Schelf in Suriname, wo kürzlich kolossale Erdöl-Ablagerungen entdeckt worden waren. Außerdem kaufte das Unternehmen sogar einen Anteil an einem der Vorkommen, in dem Royal Dutch Shell 95 Millionen US-Dollar dafür bezahlte und sich verpflichtete, in den nächsten Jahren jährliche Raten von bis zu 100 Millionen US-Dollar abzuzahlen.

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© bp.com

Im Gegensatz zu seinen kontinentalen Kollegen macht das britische Unternehmen BP (es steht auf dem 6. Platz im Rating, dessen Einnahmen betragen 180,4 Milliarden US-Dollar, die Verluste − 20,3 Milliarden US-Dollar) viel seltener die Aussagen über das bevorstehende Ende der Ära von fossilen Brennstoffen. Im Gegensatz dazu gab das Unternehmen vor einer Woche bekannt, Ölvorkommen im westlichen Teil des Tiefseegolfs von Mexiko gefunden zu haben, wobei vorläufige Daten auf ein gutes Potenzial für dessen kommerzielle Erschließung hinweisen.

Und wie steht es mit den russischen Großunternehmen? Der Umsatz von Rosneft ist 2020 um ein Drittel auf 5,7 Billionen Rubel zurückgegangen, d. h. auf 76 Milliarden US-Dollar umgerechnet nach dem aktuellen Wechselkurs. Der ähnliche Wert bei Lukoil beträgt 5,6 Billionen, bei Gazprom ist es nur noch 4,06 Billionen. Es ist klar, dass diese Zahlen deutlich niedriger sind als die bei den europäischen und besonders chinesischen Unternehmen.

In dieser Situation ist es nicht ganz klar, warum viele Neider Russland "die Welttankstelle" nennen. Offensichtlich gibt es noch größere "Tankstellen" in Asien, in der EU und in den Vereinigten Staaten. Darüber hinaus schämen sich die Eigentümer von den "Tankstellen" nicht, trotz des ständigen Gesprächs über erneuerbare Energien von fossilen Brennstoffen zu profitieren. Und die nationalen Regierungen schämen sich wiederum nicht, Brennstoffsteuern zu erheben.

Eine andere Sache ist, dass die meisten dieser Unternehmen einen transnationalen Status haben, d. h. sie bauen Mineralien auf der ganzen Welt ab und nicht in dem Land, wo sich deren Hauptsitz befindet. Dies ist klar, denn weder in Frankreich, wo sich Total befindet, noch in den Niederlanden, wo Shell seinen Hauptsitz hat, gibt es kein Öl. Und China ist trotz all seiner weitreichenden Pläne sehr abhängig von seinen Lieferungen aus dem Ausland, es importiert täglich etwa 11 Millionen Barrel − das ist eine kolossale Zahl.

Vielleicht ist es eine reiche Ressourcenbasis in Russland, die den Neid einiger unserer Gegner erregt? Wahrscheinlich würden sie selbst gerne vom Erdöl profitieren und möchten eine Rohstoffregion sein. Aber der Mangel an Bodenschätzen in diesen Ländern macht es unmöglich.