Russische Wissenschaftler stehen kurz vor der Entwicklung einer neuen Generation von Kraftstoffen

бензин
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Die Unternehmensgruppe Titan hat angekündigt, dass sie vollständig auf umweltfreundliche Technologien umstellt und plant bis 2024 eine Reduzierung der Emissionen um weitere 20 %. Das große Petrochemieunternehmen ist bekannt für seine Entwicklungen im Bereich der hochoktanigen Kraftstoffadditive. So produzierte das Unternehmen Mitte der 90er Jahre die erste Tonne Methyltretbutylether, der die krebserregende Verbindung Tetraethylblei im Benzin ersetzte. Diese Innovation reduzierte die negativen Auswirkungen der Abgase auf die Umwelt und wurde zu einem wesentlichen Bestandteil einer neuen Generation von Kraftstoffen.

Diejenigen, die sich noch an den Geruch rund um das Staugebiet vor 25 Jahren erinnern, wissen, dass diese und andere ähnliche Entwicklungen ein echter Durchbruch waren, der die Umweltsituation in Großstädten erheblich verbessert hat. Gleichzeitig ist klar, dass es dabei nicht bleiben kann, denn die von Verbrennungsmotoren (ICE) in die Atmosphäre freigesetzten Stoffe sind nach wie vor äußerst schädlich für die Umwelt.

Der allmähliche Anstieg des Anteils von Elektroautos am Gesamtabsatz von Autos auf der Welt macht weitere Profilstudien nicht überflüssig. Die meisten Experten sind sich sicher: Erdölprodukte werden noch Jahrzehnte lang gefragt sein. Denn im Falle eines Verbots von Verbrennungsmotoren, das die Regierungen einiger Länder für die Zukunft planen, könnte der Strom in diesen Ländern zu einem äußerst knappen Gut werden und den Preis in ungeahnte Höhen treiben. Aus diesem Grund werden die Entwicklungsländer in absehbarer Zeit keinen solch radikalen Schritt wagen.

"Forpost" hat Titan-Chef Mikhail Sutyaginsky bei seinem Arbeitsbesuch in St. Petersburg gefragt, welche Forschungsarbeiten sein Unternehmen zur Verbesserung der Umweltfreundlichkeit von Kraftstoffen durchführt und welche anderen Forschungsbereiche für ihn von Interesse sind.

- Mikhail Alexandrovich, Sie kommen relativ oft an die Bergbau-Universität St. Petersburg. Was ist der Zweck dieser Besuche?

Сутягинский
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Mikhail Sutyaginsky: Unsere Zusammenarbeit mit der Bergbauuniversität entwickelt sich in verschiedene Richtungen. Die Angelegenheit betrifft sowohl die Personalausbildung als auch die wissenschaftliche Forschung. Wir haben ein umfassendes Abkommen über eine Reihe von Entwicklungen in der Petrochemie und der organischen Chemie unterzeichnet. Diese Vereinbarung schränkt uns in keiner Weise ein, da die Aktivitäten von Titan multisektoral sind. Unsere Gruppe umfasst sowohl petrochemische als auch agroindustrielle Unternehmen.

Zusammen mit der Bergbauuniversität haben wir bereits mehr als ein Patent erhalten, das durch Schutzdokumente gesichert ist. Wir haben hier eine moderne materielle Basis. Die Synergie zwischen unseren Fachleuten und den Wissenschaftlern der Universität St. Petersburg hat eine enorme Wirkung gezeigt. Aber das volle Potenzial unserer Partnerschaft ist noch nicht ausgeschöpft, es gibt noch viel zu tun.

Zurzeit forschen wir zum Beispiel sehr vielversprechend an neuen hochoktanigen Komponenten - Oxygenaten -, die unter anderem bei der Benzinherstellung eingesetzt werden können. Indem sie eine Komponente durch eine andere ersetzen, werden unsere Ölgesellschaften in der Lage sein, Euro-6-Benzin zu produzieren, was sie sowohl auf den Exportmärkten als auch im Inland wettbewerbsfähiger machen wird. Die vorläufigen Ergebnisse zeigen, dass wir uns in die richtige Richtung bewegen und dieses Investitionsprojekt sehr erfolgreich sein könnte.

Darüber hinaus schließen wir die Forschung an einer hochcetanhaltigen Dieselkraftstoffkomponente ab, die zu einer 40- bis 60-prozentigen Verringerung der Abgasemissionen führen wird. Dieser Effekt wird durch die Zugabe von Oxygenaten, d. h. sauerstoffhaltigen Zusatzstoffen, erreicht. Außerdem geht es nicht nur um die Verringerung der Umweltbelastung, sondern auch um die Verbesserung der Qualität des Kraftstoffs. Es kann in der Arktis auch bei niedrigsten Temperaturen eingesetzt werden.

- Sie haben gesagt, dass Sie in verschiedenen Bereichen mit der University of Mines zusammenarbeiten. Wovon reden wir hier?

Сутягинский
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Mikhail Sutyaginsky: Zum Beispiel über die Forschung auf dem Gebiet der Siliziumorganik. Wir haben ein großes Projekt zur Herstellung von metallurgischem Silizium. Und wir führen gemeinsam mit den Wissenschaftlern der Universität Versuche durch, um die Wettbewerbsfähigkeit der Nebenprodukte zu erhöhen. Vor allem Mikrosilika, das in Betonmischungen und Mörteln verwendet wird. Dadurch ist das Material 25-50 % leichter als herkömmliche Gas- oder Schaumstoffblöcke. Gleichzeitig ist seine Stärke mindestens anderthalb Mal höher. Darüber hinaus ist es absolut hygroskopisch, d. h. es nimmt kein Wasser auf. Dadurch ist es möglich, es für den Bau von Fundamenten zu verwenden.

Dieses Material mit einer Stärke von 1.250, das heute in Russland nicht hergestellt wird, könnte beispielsweise von Rosatom für den Einsatz in der Arktis nachgefragt werden. Einerseits wird die Struktur dadurch gestärkt, andererseits wird sie dadurch leichter. Denn diese Blöcke müssen nicht abgedichtet werden.

Ein weiterer Bereich der gemeinsamen Forschung: Verbundwerkstoffe. Insbesondere Silizium aus Abfällen der Phosphorsäureproduktion. Dieses Produkt ist in der Funkelektronik, Mikroelektronik, Solarenergie, Halbleiterherstellung und beim Schmelzen von Spezialstahl, der Autos und Schiffe stärker und zuverlässiger macht, sehr gefragt.

Auch hier hat unsere Partnerschaft mit der Bergbauuniversität St. Petersburg tiefe Wurzeln. Ich bin sicher, dass wir eine noch längere Geschichte der für beide Seiten vorteilhaften Zusammenarbeit vor uns haben.