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Es ist bekannt geworden, wann die Menschheit aus der Kohle aussteigen wird

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Mehrere G20-Klima- und Energieminister widersprachen der Forderung von UN-Chef Antonio Guterres, dass die Länder mit hohem Einkommen bis 2030 und die Entwicklungsländer bis 2040 aus der Kohleverstromung aussteigen sollen. Der fehlende Konsens ist verständlich, da die meisten asiatischen und afrikanischen Länder nicht nur über die Verringerung ihrer technologischen Auswirkungen auf die Natur nachdenken müssen, sondern auch über ihre sozioökonomischen Entwicklungsaussichten.

Das Treffen in Neapel zur Beschleunigung der weltweiten Dekarbonisierung war ein Lackmustest. Es zeigte sich, dass die große UN-Klimakonferenz, die diesen Herbst in Glasgow stattfinden wird, möglicherweise nicht so rosig ausfallen wird wie ein ähnliches Forum vor sechs Jahren. Damals wurde das "historische" Pariser Abkommen unterzeichnet: "ein ehrgeiziger und ausgewogener Plan zur Reduzierung der Kohlendioxidemissionen in die Umwelt".

Keiner der Experten bezeichnet die italienischen Gespräche als "Fehlschlag", denn die Vertreter der meisten großen Entwicklungsländer nutzten die Plattform, um ihren postindustriellen Kollegen "die unglücklichste Nachricht" zu überbringen. Sie erklärten, dass sie nicht vorhätten, vorschnell zu handeln und die Kohle in ihrem Brennstoff- und Energiemix vollständig abzuschaffen, auch nicht bis 2050. Darüber hinaus äußerten einige Delegierte am Rande der Konferenz ihre Enttäuschung darüber, dass westliche Politiker "verbotene Techniken" anwenden, um die Energiewende voranzutreiben. Sie bedienen sich vor allem Klischees, die die Realität verzerren und fossile Brennstoffe in Misskredit bringen.

So wurden beispielsweise Investitionen in die Exploration und Entwicklung von Kohlenwasserstoffen in den Verhandlungen ausschließlich als "ineffiziente Subventionen" bezeichnet. Dabei ist es völlig klar, dass der Wirkungsgrad des gleichen Erdgases viel höher ist als der von Windgeneratoren und vor allem von Sonnenkollektoren. Die Ablehnung ihrer Verwendung, ebenso wie die der Kohle, auf der gegenwärtigen Stufe der zivilisatorischen Entwicklung wird zu einer drastischen Verringerung der Lebensqualität führen, insbesondere in nicht reichen Ländern mit großer Bevölkerung.

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"Laut einer BNEF-Analyse haben alle G20-Mitglieder zwischen 2015 und 2019 Subventionen für fossile Brennstoffe in Höhe von 3,3 Billionen US-Dollar bereitgestellt. Es ist nicht ganz klar, warum diese Fonds inzwischen als "ineffizient" gelten. Sicherlich ist eine solche Terminologie nicht ganz korrekt, und die Gültigkeit solcher Beinamen ist umstritten", schreibt Joe Lo von Climate Home News.

Wer führt also den Widerstand gegen die Versuche des kollektiven Westens an, die sogenannte Energiewende auf Kosten der wirtschaftlichen Entwicklung künstlich zu intensivieren? An erster Stelle stehen China, Indien, Indonesien, Russland, Saudi-Arabien und die Türkei. So hat Jakarta der UNO eine langfristige Klimastrategie vorgelegt, die Kohlekraftwerke über das Jahr 2050 hinaus vorsieht. Allerdings mit der Garantie, dass dort Technologien zur CO2-Abscheidung und -Speicherung eingesetzt werden, um die Emissionen zu reduzieren. Ein vollständiger Ausstieg aus dem schwarzen Gold kann in der Republik nicht vor 40 Jahren erfolgen.

Der weltweit größte Verbraucher ist China, das mehr als 60 % seines Stroms durch die Verbrennung eben dieser Ressource erzeugt. Gleichzeitig finanziert das himmlische Reich auch entsprechende Projekte im Ausland. Laut Li Shuo, dem ostasiatischen Vertreter von Greenpeace, wird es einfacher sein, China zu zwingen, nicht mehr in ausländische Partner zu investieren, als die schmutzigsten Rohstoffe des Landes abzuschaffen.

Japan hat einen neuen Entwurf für einen Energieplan veröffentlicht, der darauf abzielt, die Stromerzeugung aus Kohle bis 2030 auf 19 % zu reduzieren. Südafrika, China, Indien, die Türkei, Saudi-Arabien und Südkorea haben ihre Klimaziele jedoch noch nicht aktualisiert. Sie haben jedoch versprochen, dies noch vor der UN-Klimakonferenz zu tun.

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"Es ist ermutigend, dass sich die Klima- und Energieminister der G20-Staaten darauf geeinigt haben, im Vorfeld der Gespräche im November stärkere nationale Verpflichtungen einzugehen. Die große Frage ist nun, ob sie dem entsprechen, was die Welt braucht, um eine Klimakatastrophe zu verhindern", kommentierte David Waskow vom World Resources Institute die Ergebnisse des Treffens.

Auch der Begriff "Abwendung der Klimakatastrophe" wurde am Rande des neapolitanischen Treffens als eines der unwillkommensten Klischees bezeichnet, das die fossilen Brennstoffe diskreditiert. In der Öffentlichkeit herrscht seit langem der Eindruck vor, dass die globale Erwärmung die unvermeidliche Folge des Verbrauchs von Kohlenwasserstoffen ist. Sie kann nur durch den Umstieg auf erneuerbare Energien vermieden werden.

Der Westen zieht praktisch keine alternativen Optionen für die Entwicklung des globalen Brennstoff- und Energiekomplexes in Betracht, obwohl die Kosten für Strom aus erneuerbaren Energiequellen hoch sind und es keine Technologien für seine Speicherung gibt. Dies bedeutet, dass ein erheblicher Rückgang des Anteils der traditionellen Energieträger nicht nur das globale Inflationsschwungrad weiter aufdrehen, sondern auch die Stabilität der Energiesysteme beeinträchtigen wird.

Deshalb hat die Fachwelt den Vorschlag Indonesiens gelobt, den Anteil fossiler Brennstoffe schrittweise zu verringern und parallel dazu Technologien zur Emissionsabscheidung in Wärmekraftwerken einzuführen. Dieser Ansatz stellt sicher, dass Menschen und Unternehmen Zugang zu vergleichsweise preiswertem Strom haben, und reduziert gleichzeitig die anthropogenen Auswirkungen auf die Ökosysteme.