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Газпром нефть
Фото © gazprom-neft.ru

In Sankt Petersburg fand die auswertige Sitzung der Russischen Akademie der Wissenschaft statt. Eines der Hauptthemen der Diskussion war der Beitrag des staatlichen Kraftstoff- und Energiekomplexes in das ökonomische Wachstum des Landes.

“Forpost” entschied sich bei den Vorsitzenden der Russischen Akademie der Wissenschaften zu erfragen, wie groß die Abhängigkeit Russlands von dem Erdölexport sei und ob man es negativ betrachten könnte.

Die Meinung darüber, dass das Wohlergehen Russlands fast ausschließlich von dem Kohlenwasserstoffexport abhängt und die Senkung seines Umfangs oder des Ölpreises unvermeidlich zum vollständigen ökonomischen Kollaps führt, ist äußerst verbreitet.

Damit operieren auch einige Oppositionelle, welche gern Russland als “Tankstaat” darstellen.

Ивантер
Фото © Форпост Северо-Запад / Анастасия Негодяева

Die Auffassung, dass die reiche Ressourcenbasis Russlands dazu führt, dass wir davon völlig abhängen, besitzt keinerlei Grundlagen. Davon ist Viktor Ivanter, Akademiker der Russischen Akademie der Wissenschaften, Direktor des Institutes für Wirtschaftsprognosen überzeugt.

Unser Ziel ist es zu beweisen, dass der staatliche Kraftstoff- und Energiekomplex äußerst wichtig für die Entwicklung des Landes ist. Dies ist tatsächlich so, denn wir versorgen uns vollkommen selbst mit Energie, was für unsere europäische Partner nicht real ist, da ihre Wirtschaft sehr stark von der Einfuhr von Energieressourcen abhängig ist.

Die Vorräte an den nützlichen Rohstoffen ist eine sichere Quelle von Währungsgewinn des Staates. Wenn man über das Öl spricht, dann fördert man es in Russland bis zu 2,5 -3 mal mehr, als für den inländischen Verbrauch nötig ist. Viel wird exportiert. Zu Beginn des einundzwanzigsten Jahrhunderts betrug das Einkommen von Erdöllieferung mehr als die Hälfte des Staatshaushaltes, nun ist es auf unter 40 % gefallen. Nach Prognosen wird es sich im Jahre 2018 bis auf 35,9 %, und in den Jahren 2019 und 2020 bis auf 33,7 % und 33, 4 % senken. Das heißt mit jedem Jahr wird die Struktur der Staatskasse stabiler sein und das “Schwarze Gold” verliert Stück für Stück an seinen Status des Hauptfaktors der Stabilität der Ökonomie Russlands.

Горный университет
Фото © Форпост Северо-Запад / Александр Игнатович

Zum Teil bestätigten dies die Ereignisse im Jahre 2014, damals sanken die Ölpreise wesentlich sanken. Im Januar 2015, während der traditionellen Rede vor dem Kongress, äußerte Präsident der USA, Barack Ohbama, dass die russische Ökonomie “völlig niedergeworfen sei” in Folge der Einführung der Sanktionen und des Preisabsturzes des Kohlenwasserstoffes.

«Im vorigen Jahr, vor dem Hintergrund der Aggression Putins, haben wir zusammen mit unseren Partnern die schwere Arbeit im Zusammenhang mit der Sanktionseinführung geleistet und haben unsere Anwesenheit in den Frontstaaten verstärkt. Einige sprechen davon, dass Putins Strategie ein Meisterwerk der Demonstration an Strategie und Macht sei. Jedoch ist heute, gerade, Amerika stark und hat sich mit seinen Bündnispartnern enger verbunden, während sich Russland isoliert und seine Ökonomie zerrissen hat»- sagte Obama.

Der Präsident der USA hat deutlich das Gewünschte mit der Wirklichkeit verwechselt. Was sogar einige amerikanische Experten einverstanden.

In der Realität waren die Verluste Russlands zwar bemerkbar, aber ersetzbar. Nach dem Fall des Bruttoinlandsproduktes im Jahre 2017, wuchs es wieder um 1,4 % an und die Inflation betrug den niedrigsten Rekordwert von 2,5 %. Diese Werte wurden durch eine Reihe von ökonomischen Faktoren erreicht, unter anderem auch durch die Stabilisierung des Ölpreises. Aber nicht nur und nicht eben deswegen.

Горный университет
Фото © Форпост Северо-Запад / Александр Игнатович

Wenn man als Kriterium anstatt des Ölanteils am Staatshaushaltsplan die Menge der exportierten Barrel pro Staatsbürger nimmt, so scheint Russland im Vergleich zu vielen anderen Ländern attraktiver zu sein. Die ersten Plätze in dieser Rangliste nehmen Katar, Kuweit, die Vereinigten Arabischen Emirate und Norwegen ein.

Nach dem “Schwarzen Gold” gibt es eine stabile Nachfrage, die praktisch nicht von seinem Preis auf dem Markt abhängt. In der Periode der Preissenkung verringert sich das Bedürfnis an Öl nicht. Das bedeutet die Fördermenge bleibt auf dem stabilen Niveau, ebenso wie die Stellenanzahl der Beschäftigen in dem entsprechenden Industriezweig.

«Wirtschaft Russlands ist bereits 20 Jahre auf dem Weg der Entwicklung der Energieressourcen und der Erstverarbeitung» – betont Marat Usjakov, Doktor der Wirtschaftswissenschaften, Stellvertretender Direktor der Institutes für wirtschaftliche Prognosen der Russischen Akademie der Wissenschaften, Leiter der Expertengruppe für Analytik in NK “Rosneft” - meiner Meinung nach, ist die Entwicklungsperiode der Energieressourcen in Wirtschaft Russland unvermeidbar. Außerdem in der langzeitigen Perspektive gesehen, in dem Fall des Wachstums vom Bruttoinlandsprodukt um 3,5 % pro Jahr, unter der Bedingung eines Anstiegs des Weltölpreises, ist ein Ausstieg im Jahre 2035 des Bruttoinlandsproduktes in Russland auf das Niveau der Europäischen Union und Japans garantiert».

Ähnliche Perspektiven, unter der Berücksichtigung der riesigen Territorien Russlands und der niedrigen Bevölkerungsdichte wären praktisch nicht realisierbar, im Falle eines Nichtvorhandenseins von Ressourcengrundlagen. Doch braucht russische fördernde und verarbeitende Industrie Import der Technologien. Besonders markant zeigt sich dies im Maschinenbau und der Ölförderung. Wenn die Gaswirtschaft heutzutage zum Beispiel vom Import nicht mehr als um 5 % abhängig ist, so ist die Ölwirtschaft, laut Meinung der Experten um 40 % vom Import abhängig. In Prospektion beträgt der Anteil der ausländischen Technologien 85 %, und bei der Durchführung von Schelfprojekten sogar bis zu 90 %.

Die Teilnehmer des Treffens betonten, dass die Abhängigkeit vom Import oft durch die fördernden Firmen selbst initiiert wird.

Da gibt es nicht verwunderliches, kommerziell gewinnbringender ist, fertige Technik zu kaufen, als Geld in die wissenschaftliche Entwicklung zu investieren.

Jedoch, wie Viktor Ivanter zusammenfasste, hängt der Erfolg der wirtschaftlichen Entwicklung Russlands in der langzeitlichen Perspektive, besonders im Lichte der neuen Sanktionen seitens der USA , die mit Russland um den Markt des Vertriebs von Energieressourcen konkurrieren, eben von der Entwicklung und Durchsetzung russischer Innovationen ab.

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